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Frauen und das Automobil

Im Jahr 1888 unternahm Bertha Benz im Benz Patent-Motorwagen Nummer 3 ihres Mannes Carl Benz die erste Überlandfahrt der Geschichte. Sie fuhr 106 Kilometer von Mannheim nach Pforzheim und drei Tage später auf einer anderen Route zurück. Es war nicht nur die erste Autofahrt einer Frau, sondern die erste Überlandfahrt mit einem Auto überhaupt. Das erregte enorme Aufmerksamkeit und trug wesentlich zum Durchbruch der Erfindung bei.

Sophie Opel leitet als erste Frau einen Automobilhersteller, Die Ehefrau des Firmengründers Adam Opel führt nach dem Tod ihres Mannes die Opelwerke. Sie leitet das Unternehmen bis zu ihrem Tod im Jahr 1913, also insgesamt 18 Jahre lang.

Madame Labrousse nimmt als erste Frau an einem Motorsport-Rennen teil, die Französin nimmt offiziell am Brüssel-Namur-Spa-Rennen teil und erzielt in der Dreisitzer-Klasse den 5. Platz. Sie fährt ein Modell mit 8 PS von der Marke Panhard.

Dorothy Levitt entwickelt den Rückspiegel. Die britische Rennfahrerin, die sich selbst "Motorina" nennt, veröffentlicht ein Handbuch zum Autofahren, in dem sie unter anderem die Verwendung eines Rückspiegels empfiehlt. Die hilfreiche Innovation bewährt sich bei ihren eigenen Fahrten, doch zunächst werden die zusätzlichen Spiegel an ihrem Wagen als Eitelkeit abgetan. Erst 10 Jahre später erkennen Konstrukteure den Wert dieser Innovation.

Mercédès Jellinek ist Namenspatin der Automobilmarke Mercedes-Benz. Der österreichische Geschäftsmann Emil Jellinek bestellte bei der Daimler-Motoren-Gesellschaft Tourenwagen, später nach seinen Vorgaben einen Rennwagen. Jellinek benannte diesen nach dem Vornamen seiner zehnjährigen Tochter Mercédès. Die von Wilhelm Maybach konstruierten Mercedes 35 PS von 1900 sowie Mercedes-Simplex von 1902, waren technisch ihrer Zeit voraus. 1902 wurde der Name „Mercedes“ gesetzlich geschützt, und seit 1910 wird als Kühlersymbol der Mercedes-Stern verwendet.
Die französische Herzogin Anne d’Uzès, die im April 1898 eine Führerscheinprüfung ablegte, war die Erste, die ein Strafmandat für zu schnelles Fahren erhielt. Anstatt der erlaubten 12 km/h fuhr sie im Bois de Boulogne bei Paris 15 km/h.
In der Pionierzeit des Automobils war es meist Männern vorbehalten, Auto zu fahren. Die „Herrenfahrer“ prägten den öffentlichen Diskurs um die Durchsetzung von Automobilität.

Der 1898 gegründete Österreichische Automobil-Club akzeptierte Frauen nur als „außerordentliche Mitglieder“, dennoch waren 1909 von den 1145 Mitgliedern 59 Frauen. 1907 listete die Wiener Polizeidirektion 16 Frauen, die ein eigenes Auto angemeldet hatten, 1912 gab es 25 amtlich geprüfte Automobilistinnen im Vergleich zu 7275 geprüften Männern.

Die Akzeptanz weiblicher Automobilität setzte sich erst in den 1920er Jahren durch. Die zunehmende Zahl von „Selbstfahrerinnen“, die ein Automobil lenkten, wurde durch verbesserte Bedienungsmöglichkeiten der Wagen und den Ausbau der Straßen begünstigt, doch ebenso durch das Infragestellen traditioneller Weiblichkeitsbilder.
1929 betrug der Frauenanteil (in Berlin) an erteilten Fahrerlaubnissen 4,2 Prozent. Bis 1958 war in Deutschland für den Führerscheinerwerb die Zustimmung des Ehemanns oder Vaters notwendig; 1966 lag der Frauenanteil schon bei 20,9 Prozent.

Im Rennsport
1926 bricht Elisabeth Junek die Rekorde, als sie zur ersten professionellen Grand Prix Fahrerin wird. Einer ihrer größten Erfolge war der Große Preis von Deutschland, bei dem sie einen neuen Streckenrekord erzielte. In den 1960er-Jahren war Pat Moss im Rallye-Sport erfolgreich. Michèle Mouton gewann mehrere Rallye-Weltmeisterschaftsläufe und wurde 1982 Vize-Weltmeisterin. In der Formel 1 fuhr Lella Lombardi 1975 beim Großen Preis von Spanien als bisher einzige Frau in einem Formel-1-Grand-Prix in die Punkteränge. Bei der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft errang Ellen Lohr 1992 auf dem Hockenheimring einen Laufsieg. 2001 siegte Jutta Kleinschmidt bei der Rallye Dakar. Danica Patrick gewann 2008 in Motegi einen Lauf zur IndyCar Series und wurde 2009 Dritte beim Indianapolis 500.

Unter einem Grid-Girl (auch Race-Queen, Pit-Babe oder Umbrella- bzw. Paddock-Girl) versteht man eine Hostess, die als fester Bestandteil des Streckenpersonals im Motorsport zu Promotionszwecken eingesetzt wird.
Ihre ursprüngliche Aufgabe bestand darin, auf dem sogenannten Starting-Grid einen Schirm über den Fahrer zu halten, während an seinem Fahrzeug noch gearbeitet wird respektive unmittelbar vor dem Rennstart ein Schild mit seiner Startnummer zu präsentieren. Grid Girls kommen darüber hinaus nach den Rennen auch bei Siegerehrungen zum Einsatz.
Grid Girls dürfen nicht mit dem Boxenluder verwechselt werden. Meist handelt es sich bei Boxenluder um zweitklassige Promis oder Frauen die dies anstreben. Ihre Aufgabe besteht darin meist leichtbekleidet die Zuschauer vor Ort oder im TV auf eine bestimmte Firma aufmerksam zu machen.

Automobile Mode
Die ersten Automobilistinnen traten noch ganz martialisch in Lederkleidung, Staubmantel und Pilotenhaube auf. In der Inflationszeit wurden schöne Frauen mit schönen Autos zu Statussymbolen einer schmalen Schicht von Neureichen, die Dame am Beifahrersitz wurde zum Symbol der Automobilkultur, angestrebt wurde höchste Eleganz und exquisiter Luxus.

In der Werbung
Die Geschichte der Automobilwerbung spiegelt auch die soziale Stellung der Frau wider. Bereits 1901 erschienen auf Werbeplakaten Frauen; 1912 warb Benz erstmals mit weiblichen Reizen für das Automobil. In den 1920er Jahren richtete sich die Automobilwerbung an die Zielgruppe „Dame“, die am Steuer salonfähig wurde. Spätere Abbildungen einer jungen Frau im Hosenanzug – insbesondere die Werbung von Mercedes-Benz – sollten über die Abenteuerlust den „Wagen der Dame“, der keineswegs schwer zu fahren war, anpreisen. In den 1930er Jahren wurde die Werbung für die Motorisierung breiter gesellschaftlicher Schichten angelegt. Die Frauenrolle in der Werbung wurde in den 1950er und 1960er Jahren wieder auf die klassische Rollenverteilung angelegt, wobei in den Vereinigten Staaten mit dem Dodge La Femme speziell Frauen angesprochen wurden. Erst in den 1980er Jahren wurde bei der Autowerbung das Thema Gleichberechtigung aufgenommen und in den 1990er Jahren Frauen als eigene Zielgruppe von der Automobilindustrie erfasst. Das Konzept-Auto Volvo YCC von 2004 wurde ausschließlich von Frauen entwickelt und war speziell auf die Bedürfnisse von Fahrerinnen ausgelegt. Heute wenden sich die Automobilhersteller mit ausgefallenen Materialien, schickem Lack, bunten Bezügen und vielen Extras an die Frauen.

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